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Legal Dealers
– auf alten Wegen öffnen sich keine neuen Türen

Abgeschlossenes ressourcenorientiertes Präventions- und Entwicklungsprojekt

Bild: Canva, bearbeitet von Impuls Rhein-Main e.V.

Ausgangslage und Projektidee

Jeder Mensch hat Stärken. Entscheidend ist, ob diese erkannt, verstanden und in eine positive Richtung gelenkt werden können. Gerade Jugendliche, die vom regulären Weg abzugeraten drohen oder bereits mit delinquentem Verhalten in Berührung gekommen sind, erleben jedoch häufig das Gegenteil: Der Blick richtet sich auf Fehlverhalten, Defizite, Regelverstöße und persönliche Schwächen.

Nicht selten werden vorhandene Fähigkeiten in destruktive oder illegale Bahnen gelenkt, obwohl gerade darin Potenziale liegen können, die für eine gelingende persönliche und berufliche Entwicklung bedeutsam sein können. Organisationstalent, Durchsetzungsfähigkeit, Risikobereitschaft, Verhandlungsgeschick, soziale Aufmerksamkeit, strategisches Denken oder die Fähigkeit, Kontakte aufzubauen, können wertvolle Ressourcen sein – wenn sie erkannt, reflektiert und in eine konstruktive Richtung geführt werden. Genau hier setzte das Projekt „Legal Dealers – auf alten Wegen öffnen sich keine neuen Türen“ an.

Die zentrale Idee des Projekts war es, vorhandene Kompetenzen nicht vorschnell abzuwerten, sondern sie sichtbar zu machen, zu reflektieren, einzuordnen und für legale persönliche, schulische oder berufliche Perspektiven nutzbar zu machen.

Stärken erkennen und neu ausrichten

Im Rahmen des Projekts wurden Jugendliche darin unterstützt, eigene Fähigkeiten, Interessen und Handlungsmuster zu reflektieren. Der Fokus lag nicht darauf, problematisches Verhalten zu verharmlosen. Vielmehr ging es darum, die dahinterliegenden Ressourcen zu erkennen und gemeinsam zu überlegen, wie diese auf konstruktive und legale Weise eingesetzt werden können.

So konnten zum Beispiel Fähigkeiten wie Kundenkontakt, Organisation, Kommunikation, Verlässlichkeit, Verkaufsgeschick oder Zielorientierung neu betrachtet werden. Aus der Frage „Was ist falsch gelaufen?“ wurde die weiterführende Frage: Welche Stärke steckt dahinter – und wie kann sie anders genutzt werden?

Das Projekt eröffnete damit neue Handlungsfelder, in denen Jugendliche sich selbst nicht nur über Fehler, sondern über Potenziale, Entwicklungsmöglichkeiten und selbst gesetzte Ziele erleben konnten.

Fachlicher Ansatz

„Legal Dealers“ war ressourcenorientiert, lösungsorientiert und delinquenzpräventiv ausgerichtet. Ausgangspunkt war die Annahme, dass nachhaltige Veränderung nicht allein durch Abschreckung, Sanktion oder Belehrung entsteht, sondern durch das Erkennen eigener Fähigkeiten, die Entwicklung tragfähiger Alternativen und die Erfahrung, das eigene Leben aktiv beeinflussen zu können.

Der Projektansatz verband sozialpädagogische Beziehungsarbeit, Reflexion, Kompetenzklärung und Perspektiventwicklung. Jugendliche sollten darin unterstützt werden, eigene Handlungsmuster zu verstehen, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen und vorhandene Fähigkeiten bewusst in eine legale und konstruktive Richtung zu lenken.

Dabei wurden auch Kompetenzen in den Blick genommen, die zuvor möglicherweise in problematischen oder illegalen Zusammenhängen sichtbar geworden waren. Ziel war es nicht, delinquentes Verhalten zu verharmlosen oder nachträglich aufzuwerten. Vielmehr ging es darum, die darin sichtbar werdenden Fähigkeiten fachlich einzuordnen, kritisch zu reflektieren und in konstruktive, legale Handlungsfelder zu übertragen.

Im Mittelpunkt stand deshalb eine stärkenorientierte Präventionsarbeit, die jungen Menschen neue Selbstbilder und realistische Handlungsalternativen eröffnet. Sie sollten nicht auf Regelverstöße oder frühere Fehler reduziert werden, sondern erleben, dass sie Fähigkeiten besitzen, Verantwortung übernehmen und eigene Ziele auf legalem Weg verfolgen können.

Damit sollte Rückfällen vorgebeugt, Selbstwirksamkeit gestärkt und Jugendliche darin unterstützt werden, ihre Entwicklung aktiv und verantwortungsvoll mitzugestalten.

Weiterentwicklung des Projektansatzes

Das Projekt wurde von 2021 bis 2024 durchgeführt. Die Erfahrungen aus der Projektumsetzung wurden nach Abschluss fachlich ausgewertet und in die konzeptionelle Entwicklung neuer präventiver und jugendsozialarbeiterischer Angebote einbezogen.

Der Projektansatz bot wichtige Impulse für Formate, die Stärkenarbeit, Reflexion, Kompetenzentwicklung und sozialpädagogische Begleitung miteinander verbinden.

Die weitere Ausarbeitung knüpft an zentrale Themen des Projekts an: Selbstwirksamkeit, Verantwortungsübernahme, Perspektivaufbau, Kompetenzklärung und die Übertragung vorhandener Fähigkeiten in konstruktive, gesellschaftlich anerkannte Handlungsfelder.

Damit bildet „Legal Dealers“ einen wichtigen Erfahrungs- und Entwicklungsbaustein für die Arbeit im Bereich Jugend, Prävention und sozialpädagogische Perspektiventwicklung.

Projektinformationen

Status: abgeschlossen
Laufzeit: 2021–2024
Format: ressourcenorientierte Stärkenarbeit, Reflexion und Perspektiventwicklung
Zielgruppe: Junge Menschen, die mit delinquenten Handlungsmustern, risikobehafteten Lebenslagen oder strafrechtlich relevanten Erfahrungen in Berührung gekommen sind
Schwerpunkte: Stärkenarbeit, Kompetenzklärung, Selbstreflexion, Verantwortungsübernahme, Rückfallprävention und die Übertragung vorhandener Fähigkeiten in konstruktive Handlungsfelder

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