Clean-up!
– gemeinsam für ein sauberes Miteinander

Abgeschlossenes umweltpädagogisches und sozialraumorientiertes Projekt

Ausgangslage und Projektidee

Littering, also das achtlose Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen im öffentlichen Raum, ist ein sichtbares gesellschaftliches Problem. Es beeinträchtigt nicht nur das Erscheinungsbild von Straßen, Plätzen, Grünflächen und Aufenthaltsorten, sondern kann auch Gefahren für Menschen, Tiere, Pflanzen, Böden und Gewässer mit sich bringen.

Vermüllung im öffentlichen Raum ist dabei nicht nur eine Frage von Ordnung oder Sauberkeit. Sie verweist auch auf Fragen von Verantwortung, gemeinschaftlicher Nutzung, Umweltbewusstsein und sozialem Miteinander. Öffentliche Räume werden von vielen Menschen genutzt und geprägt. Ihr Zustand beeinflusst, ob Menschen sich dort wohlfühlen, ob sie sich verantwortlich fühlen und ob sie den Raum als gemeinsamen Lebensraum wahrnehmen.

Mit dem Projekt „Clean-up! – gemeinsam für ein sauberes Miteinander“ griff Impuls Rhein-Main e.V. diese Themen auf. Ziel war es, für das eigene Abfallverhalten zu sensibilisieren, Umweltverschmutzung sichtbar zu machen und konkrete Handlungsalternativen zu entwickeln.

Öffentlicher Raum als Lern- und Handlungsraum

Im Mittelpunkt des Projekts stand die gemeinsame Entmüllung ausgewählter öffentlicher Räume. Dabei ging es nicht allein darum, Abfall einzusammeln. Die Teilnehmenden setzten sich zugleich mit der Frage auseinander, wie Müll entsteht, warum er an bestimmten Orten liegen bleibt und welche Auswirkungen Vermüllung auf Menschen, Natur und gemeinschaftliches Zusammenleben hat.

Die gesammelten Abfälle wurden betrachtet, eingeordnet und gemeinsam reflektiert. Dadurch konnten Fragen nach Konsumverhalten, Wegwerfmentalität, Verpackungsmüll, Entsorgungsstrukturen und Recycling aufgegriffen werden. Auch die Gestaltung des Sozialraums spielte eine Rolle: Gibt es ausreichend Mülleimer? Sind sie sinnvoll platziert? Welche Orte sind besonders betroffen? Welche Gewohnheiten oder Rahmenbedingungen begünstigen Vermüllung?

Durch die Verbindung von praktischer Aktion und Reflexion wurde der öffentliche Raum zu einem Lern- und Handlungsraum. Die Teilnehmenden konnten erleben, dass sie ihre Umgebung nicht nur wahrnehmen, sondern aktiv mitgestalten und positiv verändern können.

Fachlicher Ansatz

„Clean-up!“ war umweltpädagogisch, sozialraumorientiert und handlungsorientiert ausgerichtet. Der Projektansatz verband praktische Umweltaktion mit Reflexion über Konsum- und Wegwerfverhalten, Ressourcenschutz, gesellschaftliche Verantwortung und soziales Miteinander.

Im Mittelpunkt stand die Annahme, dass Umweltbewusstsein besonders dort gestärkt werden kann, wo Menschen konkrete Auswirkungen ihres Handelns im eigenen Lebensumfeld wahrnehmen. Der öffentliche Raum wurde dabei als gemeinsamer Erfahrungs- und Verantwortungsraum verstanden, in dem ökologische, soziale und alltagspraktische Fragen unmittelbar sichtbar werden.

Fachlich knüpfte das Projekt an Bildung für nachhaltige Entwicklung, sozialräumliches Lernen und partizipative Umweltbildung an. Die Teilnehmenden sollten nicht nur für Vermüllung sensibilisiert werden, sondern eigene Handlungsmöglichkeiten erkennen, Verantwortung übernehmen und erfahren, dass gemeinsames Handeln sichtbare Veränderungen im unmittelbaren Lebensumfeld bewirken kann.

Weiterentwicklung des Projektansatzes

Das Projekt wurde nach Abschluss fachlich ausgewertet und in die konzeptionelle Entwicklung umwelt- und sozialraumorientierter Angebote einbezogen.

Dabei wurden insbesondere die Potenziale praktischer Umweltaktionen für Verantwortungsübernahme, ökologische Sensibilisierung, Selbstwirksamkeit und sozialräumliche Teilhabe aufgegriffen.

„Clean-up!“ bildet damit einen Erfahrungsbaustein für Angebote, die Umweltbildung, praktische Beteiligung und gemeinschaftliches Handeln miteinander verbinden.

Projektinformationen

Status: abgeschlossen
Laufzeit: 2023–2025
Format: sozialpädagogisch begleitete Clean-up-Aktionen mit Reflexions- und Nachbereitungseinheiten
Zielgruppe: Jugendliche, Erwachsene und Familien mit unterschiedlichen Lebenslagen und Zugängen zum Projekt
Kooperationspartner: Stadt Biebesheim am Rhein
Schwerpunkte: Umweltbildung, ökologische Sensibilisierung, Konsum- und Wegwerfverhalten, Ressourcenschutz, Verantwortungsübernahme und gemeinschaftliches Handeln

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