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Sag´s durch die Spraydose
– die eigene Lebenswirklichkeit künstlerisch abbilden

Abgeschlossenes kunst- und jugendkulturelles Ausdrucksprojekt

Ausgangslage und Projektidee

Kunst kann eine Sprache sein, wenn Worte fehlen oder nicht ausreichen. Gerade junge Menschen erleben häufig Themen, Gefühle und Erfahrungen, die schwer direkt auszusprechen sind. Fragen von Identität, Zugehörigkeit, Ausgrenzung, Selbstbehauptung, Zukunft und eigener Lebenswirklichkeit können innerlich sehr präsent sein, finden aber nicht immer einen passenden Ausdrucksraum.

Graffiti und Spraykunst besitzen eine besondere Nähe zu urbanen Ausdrucksformen, öffentlichem Raum und Fragen von Sichtbarkeit. Sie ermöglichen es, eigene Gedanken, Haltungen und Erfahrungen gestalterisch auszudrücken und nach außen sichtbar zu machen. Was sonst unausgesprochen bleibt, kann über Farben, Formen, Symbole, Schrift und Bildsprache eine eigene Ausdrucksform finden.

Mit dem Projekt „Sag’s durch die Spraydose – die eigene Lebenswirklichkeit künstlerisch abbilden“ schuf Impuls Rhein-Main e.V. einen kreativen Erfahrungsraum, in dem junge Menschen ihre Perspektiven, Themen und Lebensrealitäten künstlerisch aufgreifen und gestalterisch umsetzen konnten.

Spraykunst als Ausdrucks- und Beteiligungsraum Spraykunst eignet sich in besonderer Weise als niedrigschwelliger Zugang zu Ausdruck, Beteiligung und Selbstwirksamkeit. Sie verbindet künstlerisches Gestalten mit körperlicher Aktivität, handlungsorientiertem Lernen und unmittelbar sichtbaren Ergebnissen. Dadurch entsteht ein Zugang, der weniger schulisch, weniger sprachzentriert und stärker praktisch erfahrbar ist.

Im gestalterischen Prozess setzen sich junge Menschen mit der Frage auseinander, was sie zeigen möchten, welche Botschaft sichtbar werden soll und wie eigene Gedanken in Form, Farbe und Bildsprache übertragen werden können. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Entscheidung, Haltung und Ausdruck.

Das Arbeiten mit Spraydose, Fläche und Motiv eröffnet einen Raum, in dem persönliche Themen bearbeitet werden können, ohne dass sie unmittelbar in einem Gespräch offengelegt werden müssen. Gleichzeitig entsteht ein sichtbares Ergebnis, das Anerkennung, Stolz und Selbstwirksamkeit ermöglichen kann.

Fachlicher Ansatz

„Sag’s durch die Spraydose“ war kreativpädagogisch, ressourcenorientiert und beteiligungsorientiert ausgerichtet. Der Projektansatz nutzte Spraykunst als Methode ästhetischer Bildung, um Ausdrucksfähigkeit, Selbstwahrnehmung, Gestaltungsfähigkeit und soziale Kommunikation miteinander zu verbinden.

Der Ansatz verband Elemente jugendkultureller Bildungsarbeit, ästhetischer Praxis, Biografiearbeit und dialogischer Reflexion. Junge Menschen setzten sich mit eigenen Themen, Botschaften und Grenzen auseinander und überführten diese in eine gestaltete Form. Dadurch konnten Fragen von Identität, Zugehörigkeit, Selbstbehauptung und gesellschaftlicher Wahrnehmung aufgegriffen werden, ohne ausschließlich auf sprachliche Reflexion angewiesen zu sein.

Spraykunst eröffnet dabei einen besonderen Zugang, weil sie Ausdruck, Raumaneignung und Fragen von Anerkennung miteinander verbindet. Im fachlich begleiteten Rahmen wurde sie als Ausdrucksraum genutzt, in dem eigene Themen sichtbar gemacht und zugleich Verantwortung, Wirkung und Grenzen gestalterischen Handelns reflektiert werden konnten.

Weiterentwicklung des Projektansatzes

Die Erfahrungen aus der Projektumsetzung wurden nach Abschluss fachlich ausgewertet und in die konzeptionelle Entwicklung weiterer kreativ-, dialog- und präventionsorientierter Angebote einbezogen.

Dabei wurden insbesondere die methodischen Potenziale künstlerisch-handlungsorientierter Ausdrucksformen für Selbstwirksamkeit, Beteiligung, Identitätsarbeit und sozialpädagogische Reflexion aufgegriffen.

„Sag’s durch die Spraydose“ bildet damit einen Erfahrungsbaustein für die Entwicklung von Angeboten, die ästhetische Praxis, persönliche Reflexion, Beteiligung und gesellschaftliche Teilhabe miteinander verbinden.

Projektinformationen

Status: abgeschlossen
Laufzeit: 
2021–2024
Format:
 kunst- und jugendkulturelles Ausdrucksprojekt
Zielgruppe: 
Jugendliche und junge Erwachsene, die über künstlerisch-handlungsorientierte Zugänge eigene Themen, Erfahrungen und Perspektiven ausdrücken wollen
Schwerpunkte: 
Spraykunst, kreativer Ausdruck, Selbstwirksamkeit, Identitätsarbeit, Beteiligung und soziale Teilhabe

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